Archiv für das Tag 'Buchbranche'

Was bringt Facebook für Verlage?

Geschrieben von am 31. Januar 2012 | Abgelegt unter Aktuell, Web

So war der Titel des Vortrags, den ich gestern im Rahmen des Vertriebsleitertreffens beim Landesverband Niedersachsen-Bremen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gehalten haben.

Die Bilanz war nicht euphorisch, die Botschaft aber klar – mit ganz wenigen Ausnahmen kann es sich ein Verlag, gleich welcher Ausrichtung, eigentlich nicht mehr leisten, nicht bei Facebook präsent zu sein. 22 Mill. Nutzer/innen im wichtigsten Lesealter kann ein Verlag nicht ignorieren, statt dessen muss er kommunizieren.

Das bedeutet für viele Verlage eine Zeitinvestition, die sie manchmal nicht leisten können, manchmal nicht leisten wollen – dabei profitieren am Ende auch Verlage von diesem Engagement. Denn noch lässt sich der Gewinn von Facebook als Marketing-Tool kaum in Umsatzzahlen messen. Den Gewinn, den Verlage durch die Kommunikation mit ihren Leser/innen aus Facebook ziehen, stellt sich auch in Form von Anregungen, Feedback und klarer Kritik, die sich eben nicht auf der Ebene des Feuilletons abspielt, ein:

iPad und Pisa – Apples Visionen

Geschrieben von am 24. Januar 2012 | Abgelegt unter Aktuell, Weiterbildung

Als Amazon Anfang Dezember die Kinderbuchsparte des Verlags Marshall Cavendish kaufte, kündigte der Konzern gleichzeitig an, sich hier zukünftig vor allem auf Schul- und Prüfungsbücher zu konzentrieren, konnte man es schon ahnen – Bildung boomt. Gewissheit darüber, wie attraktiv der Bildungssektor für Technik- und Internet-Riesen ist, bekamen wir letzte Woche, als Apple bei einem Live Event in New York seine Visionen zukünftigen Lernens und zukünftiger Lernmaterialien vorstellte. Was da zu sehen war, ist beeindruckend. Noch beeindruckender ist die Unternehmensvision dahinter: Wer ein hohes Bildungsniveau hat, hat meist einen guten Job, wer einen guten Job hat, hat gutes Geld. Wer gutes Geld hat, kann sich gute Technik leisten. Wer seine Bildung von frühester Kindheit an mit Apple verbindet, wird sich später sehr wahrscheinlich für den Kauf von Apple-Geräten und Software entscheiden.

Das ist echte Nachhaltigkeit. Ähnliche Überlegungen strategischer Art kann man sicherlich auch Amazon beim Kauf des Kinderbuchverlags unterstellen, doch Apple hat es mal wieder nach unvergleichlicher Apple-Manier gemacht – bei Apple sehen sogar die in den Augen leuchtenden Dollars einfach gut aus.

Das ist wie der alte Microsoft/Apple Vergleich: Windows-Glücksgefühl = Wie schön, dass es funktioniert; Apple-Glücksgefühl = Wie schön das funktioniert!

 

Fachkongress zum E-Business

Geschrieben von am 3. März 2010 | Abgelegt unter Aktuell

Die Twitterwall zum Seminar:



Von 10.04. – 11.04.2010 findet im Mediacampus Frankfurt/Schulen des Deutschen Buchhandels ein Fachkongress statt mit dem Thema

Die Zukunft beginnt jetzt! – E-Business, Digital Content & Social Media in der Buchbranche

Wie sieht die Buchbranche von morgen aus? Auf welchen Wegen lässt sich das Internet optimal nutzen?

An zwei Tagen soll der Frage nachgegangen werden, wie Verlage und Buchhandlungen die Herausforderungen der Digitalisierung meistern. In Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops werden Themen wie Nutzen von E-Content, Internetauftritt für Buchhandlungen, rechtliche Fragen im Schatten von Web 2.0. oder Geschäftsmodelle durch Social-Media-Foren aufgegriffen.

Im Rahmen des Kongresses wird die webagentin in Kooperation mit Susanne Martin/Schillerbuchhandlung einen Workshop anbieten:

Web 2.0 und Social-Media-Konzepte für Buchhandlungen

Das Internet hat die Welt und das Verbraucherverhalten nachhaltig verändert und es entwickelt sich ständig weiter. Kaum verfügen die meisten kleinen und mittleren Buchhandlungen über einen eigenen Webauftritt, gibt es neue Herausforderungen: Web 2.0 und Social Media. Gerade für Buchhandlungen kann Web 2.0 eine Chance sein. Hier kann Spaß an Büchern und Literatur vermittelt werden, wenn man die richtigen Werkzeuge kennt. Der Workshop ist eine praxisorientierte Einladung ins Web 2.0 und die Social‐ Media‐Foren. Es soll Lust auf die vielfältigen Kommunikationstools machen.

Weitere Informationen zum Kongress und das gesamte Programm finden Sie hier.

Wir freuen uns auf zwei spannende Tage.

Leutheusser-Schnarrenberger gigantoman

Geschrieben von am 11. Januar 2010 | Abgelegt unter Aktuell, Web

Sie ist ganz unbedingt unsere Lieblingsministerin im Kabinett. Das war sie auch früher schon, als sie in der letzten kohlliberalen Koalition als eine der wenigen in ihrer Partei gegen den großen Lauschangriff votierte und daher als Ministerin zurück trat.

Und ist in der neuen Ausgabe des Spiegel (leider nur in der Printversion), in der Google mal wieder Titelthema ist, ein Interview mit ihr, in dem sie Google erstens kritisiert und zweitens rechtliche bzw. gesetzgeberische Schritte ankündigt, um der Google-Gigomanie Einhalt zu gebieten.

Das ehrt Frau Leutheusser-Schnarrenberger und nicht zuletzt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels stellt den Verweis auf das Interview als Top-Meldung auf seine Website. Einige Dienste des Suchmaschinen-Riesen wie Google Street View oder Google Earth, der Grundstücke in hoher Auflösung aus der Vogelperspektive zeigt, seien “rechtlich unbedingt prüfenswert”, so die Ministerin. Und “Mich stört dieses Vorpreschen, diese Gigantomanie, die auch bei der Google- Buchsuche durchscheint”. Mich stört Googles großer Fotoangriff auch, aber ist das realistisch? Zittert Google jetzt? Wird man ein Unternehmen wie Google mit Gesetzen längerfristig tatsächlich davon abhalten können, etwas zu tun, was sie theoretisch tun könnten?

Don’t be naive.

Audible.de wirbt Freunde auf Facebook – dürfen die das?

Geschrieben von am 9. Oktober 2009 | Abgelegt unter Aktuell, Web

Gerade bekam ich eine Facebook-Anfrage des Hörbuch-Anbieters audible.de. Sie kennen den klassischen Text wahrscheinlich:

Hallo Silke,
Audible Hörbücher hat dich als FreundIn auf Facebook hinzugefügt. Wir benötigen deine Bestätigung, dass du Audible kennst, damit ihr Freunde auf Facebook sein könnt.
Interessant – ist das eine juristische Grauzone? Während es definitiv nicht erlaubt ist, an Adressen, die dem Empfang eines Newsletters nicht explizit zugestimmt oder diesen aktiv abonniert haben, einen Newsletter zu versenden, ist der rechtliche Status von Freundschaftsanfragen wohl noch nicht geklärt. Meine Adresse hat das Unternehmen jedenfalls nicht, weil ich einem Newsletter zugestimmt hätte, sondern entweder über vorleser.net (wo ich tatsächlich einen Newsletter abonniert habe) oder es sind die Kundendaten von Audible, wo ich einst ein Probe-Abonnement eingerichtet hatte.
Jedenfalls war die Anfrage erfolgreich und nicht erfolgreich zugleich: Erfolgreich, weil ich mir sofort die Facebook-Seite von audible.de angeschaut habe. Nicht erfolgreich, weil die ungewollte Freundschaftsanfrage – persönliche Seiten sind auch nicht wirklich das Facebook-Format für Unternehmen – audible bei mir sofort den schlechten Ruf eines Unternehmens eingebracht hat, das zumindest einen zweifelhaften Umgang mit meine Daten pflegt.

Copyright auf 5 Wörter

Geschrieben von am 19. August 2009 | Abgelegt unter Aktuell, Web

Dem Spiegel zufolge hat die weltgrößte Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ein Papier verfasst, in dem sie ankündigt, dass die Agentur gegen das mannigfache Zitieren, Verlinken und wilde Verbreiten ihrer Nachrichten und Artikel insbesondere in sozialen Netwerken, bei Google, bei Wikipedia und bei Twitter vorgehen möchte. Konkret denkt man bei AP darüber nach, auf alle Zitate ab 5 Wörtern, insbesondere auch das Zitieren von News-Titeln, eine Nutzungsgebühr zu erheben. Gleichzeitig sollen alle von AP verbreiteten News mit einer Art Sender versehen werden, der AP zurückmeldet, wer die News liest, zitiert, kopiert.

Das klingt einerseits absurd, andererseits zeigt es erneut, dass in der Welt des Journalismus und der Publikation seit Web2.0 nichts mehr so ist wie es einmal war. Vor allem wird nichts so bleiben, wie es bisher war. Ein gewisses Unwohlsein ruft bei mir der Eindruck hervor, dass die Ideen und Strategien traditioneller Medien hinsichtlich Web2.0 meist erzkonservativ sind und letztlich auf dem Prinzip von Überwachen und Strafen fußen. Kreative, neue Ideen kommen nur von den Web2.0-Akteuren – die sich dann auch mit weit größerem Erfolg umsetzen als die traditionellen Medien und Medienhäuser die eigenen Kontrollphantasien. Man wird das Web2.0 nicht mit Kontrollmaßnahmen in den Griff bekommen. Tatsächlich ist es höchste Zeit für die klassischen Medien, sich zu Web2.o auch 2.0-Strategien zu überlegen. Sie müssen mit und nicht gegen Web2.0 arbeiten.

Arbeitssituation in der Buchbranche

Geschrieben von am 3. Juli 2009 | Abgelegt unter Aktuell, Sonstiges

Schlecht bezahlt sei man, Überstunden seien der Regelfall und blieben unausgeglichen – verglichen mit anderen Wirtschaftzweigen sind die pekuniären Rahmenbedingungen der Buchbranche lachhaft, so heißt es allgemein. Und wie immer in schlecht bezahlten Branchen sind auch in der Buchbranche besonders viele Frauen zu finden, Karriere-Endstation ist für diese dann meist die mittlere Management-Ebene. Was ist Vorurteil und was ist bittere Wahrheit? Die BücherFrauen e.V., der deutsche Zweig der weltweit organisierten Women in Publishing führen zu ihrem 25jährigen Jubiläum eine breit angelegte Studie zur Arbeitssituation in der Buchbranche durch.
Arbeiten Sie in der Branche? Dann nehmen Sie Teil! Den Fragebogen finden Sie hier, weitere Informationen sind nachzulesen auf der Website der BücherFrauen. Und ja, natürlich können und sollen auch Männer teilnehmen.