Alle Artikel aus 'Aktuell'

Facebook rettet die Welt

Geschrieben von am 2. Februar 2012 | Abgelegt unter Aktuell, Web

Kapitalismus ist out. Wer heute an die Börse geht, braucht für ein gutes Rating eine Botschaft und eine Berufung. Einer der genialsten Slogans in diesem Zusammenhang ist das Google-Motto don’t be evil. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat in seinem gestern veröffentlichten Brief an zukünftige Investoren sein Motto verkündet:

Simply put: we don’t build services to make money; we make money to build better services.

Facebook hat den Börsengang beantragt. Es wird voraussichtlich der größte Börsengang eines Internet-Unternehmens sein und aus den Zahlen, die Facebook sich durch den Börsengang erhofft, ergibt sich ein Unternehmenswert von geschätzten 100 Milliarden Dollar.

Faszination Facebook – Wachstum auf allen Ebenen

Es ist schwer sich als Facebook-Nutzerin nicht von all diesen Zahlen und der spekulativen Hysterie anstecken zu lassen, die den geplanten Börsengang begleiten. Fast 850 Millionen Nutzer heute, für August 2012 wird wohl die Zahl von 1 Milliarde erreicht werden, d.h. ein Siebtel der Weltbevölkerung wird dann einen Account bei Facebook haben. Gut die Hälfte dieser Menschen nutzt Facebook täglich – und das ist die eigentliche Stärke von Facebook. Facebook Nutzer sind keine Karteileichen, sie nutzen Facebook tatsächlich (in den USA) fast acht Stunden im Monat. Den größten Nutzer/innenzuwachs verzeichnet Facebook momentan in der Gruppe der über 50jährigen. Facebook wird also auch für die oft gut betuchten Silver Surfer ein wichtiger Anlaufpunkt im Netz, Facebook wird zum Familientreffpunkt. Was nützt es Facebook doof zu finden und sich Facebook zu verweigern, wenn alle anderen da sind?

Facebook und die Frauen

Auf der anderen Seite ist Facebook für viele junge Internet-Nutzer das Internet an sich. War und ist die Startseite der 30+jährigen meist Google, ist für viele Teenager Facebook der Internet-Einstieg, sie verlassen Facebook nicht oder nur via Links die von Facebook in das www und meist auch wieder zurück führen. Im Gegensatz zu vielen anderen Netzwerken und Angeboten liegt der Frauenanteil der Nutzerinnen bei Facebook besonders in westlichen Industrieländern bei 50%. Und es gehört zu den Gesetzen des Marktes, dass ein Produkt, eine Technologie oder eine Dienstleistung, die von Frauen genutzt, gekauft und akzeptiert werden, den Weg zum nachhaltigen Massenerfolg geebnet hat. Auch iPhone und iPad sind Beispiel dafür.

Facebook contra Google – gute Tools versus die ganze Welt aus einem Guss

Das alles macht es auch Hauptkonkurrent Google schwer, dem Siegeszug von Facebook etwas entgegen zu setzen. Google bietet sozusagen ein Rundum-Paket für die Internet-Nutzung an, von der Suche über das E-Mail-Programm, die Videoplattform, Reader, persönliche Startseite, Webstatistik, Bilderverwaltung, Kalender bis zur Online-Bürosoftware – komfortable Tools, aus denen der Nutzer auswählen kann, die er mal mehr, mal weniger intensiv nutzt. Facebook bietet hingegen eine ganze Welt. Wer Facebook als Drehscheibe für das Internet nutzt, trifft überall, auch auf externen Websites auf Freunde, wo immer er hinkommt, sind andere schon da. Facebook bringt über die Vernetzung seiner User zusammen, was nicht unbedingt zusammen gehört und schafft so Heimatgefühle im Internet.

Vor Jahren sprach man nach Stunden des Surfens, bei denen man das Ziel aus den Augen verloren hatte, sich von Link zu Link hangelte und am Ende zwar wesentlich mehr wusste als vorher, leider aber vergessen hatte, was, von lost in cyber space. Facebook hingegen verkündet die frohe Botschaft you’ll never surf alone.

Dazu passt, was Mark Zuckerberg in seinem gestrigen Brief an zukünftige Investoren schreibt:

Facebook was not originally created to be a company. It was built to accomplish a social mission — to make the world more open and connected.

Mark Zuckerberg Facebook Profilbild

Mann mit Botschaft - Mark Zuckerberg

 

Was bringt Facebook für Verlage?

Geschrieben von am 31. Januar 2012 | Abgelegt unter Aktuell, Web

So war der Titel des Vortrags, den ich gestern im Rahmen des Vertriebsleitertreffens beim Landesverband Niedersachsen-Bremen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gehalten haben.

Die Bilanz war nicht euphorisch, die Botschaft aber klar – mit ganz wenigen Ausnahmen kann es sich ein Verlag, gleich welcher Ausrichtung, eigentlich nicht mehr leisten, nicht bei Facebook präsent zu sein. 22 Mill. Nutzer/innen im wichtigsten Lesealter kann ein Verlag nicht ignorieren, statt dessen muss er kommunizieren.

Das bedeutet für viele Verlage eine Zeitinvestition, die sie manchmal nicht leisten können, manchmal nicht leisten wollen – dabei profitieren am Ende auch Verlage von diesem Engagement. Denn noch lässt sich der Gewinn von Facebook als Marketing-Tool kaum in Umsatzzahlen messen. Den Gewinn, den Verlage durch die Kommunikation mit ihren Leser/innen aus Facebook ziehen, stellt sich auch in Form von Anregungen, Feedback und klarer Kritik, die sich eben nicht auf der Ebene des Feuilletons abspielt, ein:

iPad und Pisa – Apples Visionen

Geschrieben von am 24. Januar 2012 | Abgelegt unter Aktuell, Weiterbildung

Als Amazon Anfang Dezember die Kinderbuchsparte des Verlags Marshall Cavendish kaufte, kündigte der Konzern gleichzeitig an, sich hier zukünftig vor allem auf Schul- und Prüfungsbücher zu konzentrieren, konnte man es schon ahnen – Bildung boomt. Gewissheit darüber, wie attraktiv der Bildungssektor für Technik- und Internet-Riesen ist, bekamen wir letzte Woche, als Apple bei einem Live Event in New York seine Visionen zukünftigen Lernens und zukünftiger Lernmaterialien vorstellte. Was da zu sehen war, ist beeindruckend. Noch beeindruckender ist die Unternehmensvision dahinter: Wer ein hohes Bildungsniveau hat, hat meist einen guten Job, wer einen guten Job hat, hat gutes Geld. Wer gutes Geld hat, kann sich gute Technik leisten. Wer seine Bildung von frühester Kindheit an mit Apple verbindet, wird sich später sehr wahrscheinlich für den Kauf von Apple-Geräten und Software entscheiden.

Das ist echte Nachhaltigkeit. Ähnliche Überlegungen strategischer Art kann man sicherlich auch Amazon beim Kauf des Kinderbuchverlags unterstellen, doch Apple hat es mal wieder nach unvergleichlicher Apple-Manier gemacht – bei Apple sehen sogar die in den Augen leuchtenden Dollars einfach gut aus.

Das ist wie der alte Microsoft/Apple Vergleich: Windows-Glücksgefühl = Wie schön, dass es funktioniert; Apple-Glücksgefühl = Wie schön das funktioniert!

 

Google erlöst uns!

Geschrieben von am 13. Januar 2012 | Abgelegt unter Aktuell, Web

Kaum ist das Jahr ein paar Tage alt, hat Google weitreichende Änderungen und Neuentwicklungen angekündigt, die in den nächsten Tagen und Wochen allen Suchenden zur Verfügung stehen werden. Im Mittelpunkt steht unter anderem die verstärkte Integration von Google+ in die Suchergebnisse. Schon jetzt bekommen eingeloggte Google+User in ihren Suchergebnissen angezeigt, wenn ein Link von Kontakten aus ihren Kreisen favorisiert wurde.Versehen mit Google+-Logo und kleinem Konterfei des Kontakts hebt sich dieser Treffer natürlich von den anderen hervor.
 

Individualisierte Suchergebnisse

Jetzt möchte Google das Netzwerk G+ noch viel weiter gehend in die Suchergebnisse einbauen. Eingeloggte G+-User bekommen bevorzugt solche Seiten angezeigt, die von Menschen in ihren Kontaktkreisen favorisiert wurden oder die deren Interessen und Vorlieben entsprechen. Das ist tatsächlich ein weiterer und weitreichender Schritt der Individualisierung des Internet.

Schon lange hat Google ja Erfahrungswerte in die Trefferlisten einfließen lassen – suche ich häufig nach Orten und Angeboten in Berlin, werden mir auch bei Suchen ohne Ortsangabe zuerst Ergebnisse mit Berlin-Bezug gezeigt. Interessiere ich mich offensichtlich für Bergwandern, werden mir auch bei ganz anderen Suchen Ergebnisse gezeigt, die in Kontext mit Bergwandern stehen.

Ich finde diese Entwicklung klug. Und ich finde diese Entwicklung bedenklich. Offensichtlich hat das Netzwerk Google+, das nach Schätzungen nun etwa 65 Mill. Nutzer/innen haben dürfte, die kritische Größe erreicht, die es möglich macht, aus dem Social Graph von G+ zuverlässige Schlüsse auf Interessen, Vorlieben, Schwerpunkte etc. zu ziehen. So werden die Suchergebnisse mit dem stärksten Kriterium gefiltert, nach dem der Mensch Entscheidungen fällt: persönliche Empfehlungen bzw. Gruppenzugehörigkeit.

Ordnungskriterien für das chaotische www

Während Facebook die User – das ja als Netzwerk nur über Beziehungen funktioniert – erst in die kleine private Welt der persönlichen Freundschaften holt, um sie dann in die größere Welt der Facebook-Seiten und schließlich ins www der Like-Buttons und Facebook-Plugins entlässt, geht Google – naturgemäß einen anderen Weg. Aus der großen www-Welt der unendlich vielen Suchergebnisse, der Qual der Wahl, der fehlenden oder nicht erkennbaren Ordnungskriterien holt uns Google nun heim in die kleinere Welt des und der Bekanten. Das ist wie Erlösung. Ich halte diesen Weg für sehr Erfolg versprechend – das Große im Blick, kann man sich bald auf das Vertraute konzentrieren. Denn immerhin wird es Google – und beweist damit einmal mehr, dass es seine User für erwachsene, entscheidungskompetente Menschen hält – dem User überlassen, zwischen den individualisierten und den globalen Suchergebnissen zu wählen.

Bedenklich finde ich diese Entwicklung, weil sie eben doch das Verfacebooken von Google bedeutet und damit insgesamt eine Tendenz im www fortführt: Nachdem wir nun seit 20 Jahren mit dem bunten www leben, uns darin verlieren und das Chaos der Gleichberechtigung aller Seiten aller Katologisierung zum Trotz immer wieder zur völlig anarchistischen Informationsverbreitung geführt hat, scheint die Begrenzung, Einschränkung und letztlich ja die soziale Kontrolle nun Ordnung ins Netz zu bringen. Ich sehe nur noch das, was ich sehen möchte und was meine Kontaktkreise auch sehen. Wie im wirklichen offline-Leben.

Das Netz zieht sich hinter den eigenen Tellerrand zurück. Und das ist auch schade.

 

Trauen Sie sich auch mal offline…

Geschrieben von am 24. Dezember 2011 | Abgelegt unter Aktuell, Sonstiges

die webagentin wünscht allen Kund/innen, Blog-Leser/innen und allen Kooperationspartner/innen des vergangenen Jahres schöne Weihnachtsfeiertage und ein gesundes, zufriedenes und erfolgreiches Jahr 2012.

Wenn Sie dies nun zwischen den Jahren lesen: Gehen Sie rasch wieder offline, genießen Sie die Tage zwischen den Jahren undigital und pflegen Sie Ihre analogen menschlichen Netzwerke von Freund/innen bis Familie.

Medienwitze 40+

Geschrieben von am 5. Dezember 2011 | Abgelegt unter Aktuell

Älter werden ist seltsam. Älter werden manifestiert sich vor allem auch als Wahrnehmungsveränderung. Früher hatte man kein Alter, statt dessen war man ewig und darüber hinaus überzeugt, man würde ewig ewig bleiben. Schon immer gab es ältere und jüngere Menschen als einen selbst, aber bis zu einem gewissen Alter, das wahrscheinlich individuell unterschiedlich ist, bei mir aber ungefähr bei 40 lag, war ich selbst immer genau richtig alt. So richtig, dass es eben schon wieder alterslos war. Und dann, plötzlich, hatte ich ein Alter und dazuhin noch eines, dass wuchs, geradezu beunruhigend wuchs. Das tut es heute immer noch, aber eine der angenehmeren Begleiterscheinungen des Älter werdens ist ja, dass mit dem Alter auch die Gelassenheit wächst.

Älter werden ist also die Erkenntnis, einer Generation anzugehören und kollektive Erfahrungen zunehmend nur mit dieser teilen zu können. Und kaum hast du die Erkenntnis gewonnen, grüßt sie dich an jeder Ecke.

Da saß ich am Wochenende mit Freunden meiner Generation, Bruder und Schwester, und wir sprachen über die Großmutter der beiden. Die hatte erstens zur Hypochondrie von Anämie bis Zeckenbissfieber über Magengeschwür und Tinnitus geneigt und konsumierte zweitens Schlaftabletten wie andere Menschen Lutschbonbons.

- Klar konnte sie nicht schlafen, wenn sie ins Bett ging, da hatte sie ja immer schon vier Stunden vorm Fernseher gepennt.
- Da hätte sie es heute leichter, damals gab es ja noch den Sendeschluss.
- Du meinst, sie könnte heute einfach weiter schlafen? Schuld war einfach nur das Testbild?
- Ja klar, und dann, stell dir die Katastrophe vor, du wachst beim Testbild wieder auf, da denkst du doch gleich: Oh Gott, Tinnitus!

Gelächter, klar.

Und ab welchem Alter kann man, nach unten gerechnet, darüber nicht mehr lachen? 30, 25, 20? Gut, geschenkt, dass Witze altern ist ja kein Geheimnis. Doch ich hatte immer gedacht, ich gehöre der Generation X an, nix da: Generation Testbild.

Facebook für die persönliche Online-Reputation nutzen

Geschrieben von am 16. November 2011 | Abgelegt unter Aktuell, Weiterbildung

Personal Branding und Karrieremanagement mit Facebook

Da Facebook längst nicht mehr nur ein Netzwerk für die Pflege privater Kontakte ist, sondern auch für die berufliche Online-Reputation an Bedeutung gewinnt, habe ich die letzten Tage die Social Media Unterrichtsunterlagen für meine Online Seminare grundlegend überarbeitet. Neu ist ein Kapitel darüber, wie Facebook für die Online-Reputation genutzt werden kann. Her ein Ausschnitt daraus:

Wenn Sie ein Facebook-Profil haben, hat dieses Auswirkungen auf Ihre Online-Reputation, d.h. Sie können sich dem gar nicht entziehen. Entscheiden Sie sich für eine Minimalnutzung, die über die rein private Nutzung nicht hinausgeht oder für eine zur professionelle Nutzung Ihres Profils, um Ihre Kompetenzen zu kommunizieren, sich zu vernetzen und potentielle Kundinnen oder Multiplikatorinnen auf Sie aufmerksam zu machen? Wie auch immer Sie Ihr Facebook-Profil einsetzen: Sie sollten sich immer im Klaren darüber sein, was Sie tun, auch wenn Sie gänzlich auf Facebook verzichten. Hier nun einige Varianten der Facebook-Nutzung sowie deren Vor- und Nachteile bzw. Fallstricke für Ihr Personal Branding:

  1. Sie verzichten ganz auf ein Facebook-Profil

Bei über 25% aller Deutschen, die ein FB-Profil haben, vertreten Sie damit offensiv eine Haltung: Ohne mich. Bestenfalls wird Ihnen das als wohlüberlegte und mutige Verweigerung ausgelegt, schlimmstenfalls gelten Sie als ewig-gestrig und technisch inkompetent.

  1. Rein private Faceook-Nutzung

Sie haben ein Profil angelegt, nutzen dies aber tatsächlich nur, um mit Ihrer Familie und/oder Ihren engsten Freunden zu kommunizieren. Dagegen spricht nichts, Sie müssen dies nur klar kommunizieren. D.h. Sie veröffentlichen ihr Profil nirgends und verzichten völlig auf berufliche Nutzung. Ihre Privacy-Einstellungen müssen Sie dann sehr genau checken, sehr geizig mit Daten sein. Sie können allerdings nicht verhindern, dass Ihre Freundinnen einen lockereren Umgang mit FB haben und Beiträge von Ihnen kommentieren und teilen. Achten Sie darauf, dass Sie nie den Gefällt mir-Button klicken. Überlegen Sie sich eine Strategie für Freundschaftsanfragen, die sie nicht annehmen möchten. Ignorieren? Freundlich absagen? Checken Sie regelmäßig Ihre Privacy-Einstellungen.
Bestenfalls wird man Sie so einfach ignorieren, schlimmstenfalls hält man Sie für datenschutzfixiert und unlocker.

  1. Branchen-Monitoring und private Nutzung mit Facebook

Wenn Sie über die rein private Nutzung hinaus auch deswegen bei Facebook sind, weil Sie wissen möchten, was Ihre Konkurrenz, Personen oder Unternehmen Ihrer Branche dort kommunizieren, können Sie, um die echten Freundinnen von den beruflichen Interessen zu unterscheiden, Listen für Ihre Freunde anlegen und so die privaten von den beruflichen trennen. Stellen Sie dann in den Privacy-Einstellungen ein, dass Ihre Beiträge standardmäßig nur den besten Freunden angezeigt werden sollen. Setzen Sie den Like-Button bei Unternehmen, die für Sie interessant sind und stellen Sie Freundschaftsanfragen an beruflich relevante Personen. Halten Sie sich mit Kommentaren diesen beiden Gruppen gegenüber extrem zurück, posten Sie keine Fotos außer Ihrem Profilfoto. So bleiben Sie relativ geschützte passive Beobachterin. Allerdings bleiben Sie auch niemandem positiv in Erinnerung und setzen keine Akzente. Bestenfalls wird man Sie so relativ schnell wieder vergessen, schlimmstenfalls für wahnsinnig langweilig und aussagelos halten.

  1.  Nutzung von Facebook zur privaten und beruflichen Vernetzung

Neben Ihren privaten Freundinnen suchen Sie aktiv nach Personen, die Ihnen in beruflichem Kontext begegnet sind – insofern Ihnen dies angemessen erscheint. Sie beteiligen sich auch an Gruppen, die für Ihre Branche relevant erscheinen, posten Links zu Artikeln, Websites, Videos, die Ihnen beruflich interessant erscheinen. Sie setzen den Gefällt-Mir-Button häufig ein, auch um Beiträge Ihrer Freundinnen (auch der vornehmlich professionellen) positiv zu kennzeichnen. Spätestens bei dieser Nutzungsvariante sollten Sie sich sehr genau überlegen, welches Bild Sie von sich entstehen lassen wollen. Ihre Privatheit ist nun keine Privatsache mehr, sondern steht in beruflichem Kontext. Stellen Sie sich ggf. einen pseudo-lockeren beruflichen Termin wie eine Einweihung oder einen Sektempfang vor und überlegen Sie, was Sie in diesem Kontext privat von sich zeigen würden. Mehr und anderes offenbaren Sie auf Facebook auch nicht und daran halten Sie sich streng (es sei denn, Sie haben klar getrennte Listen). Sie können erzählen, dass Sie einen Reiturlaub machen und wie sehr Sie die Natur lieben, aber Sie werden nicht über Ihre Mitreisenden lästern. Sie können auch Fotos von Ihrem Urlaub posten, aber am besten solche, auf denen nur Landschaft und Pferde zu sehen sind. Bestenfalls wird man Sie für sympathisch und interessant halten, schlimmstenfalls wird man sie nett und oberflächlich finden.

  1. Facebook Fulltime-Nutzung auf allen Kanälen

Sie sind Vollblutnutzerin und nutzen Facebook privat sehr intensiv und streben auch eine intensive berufliche Vernetzung an. Facebook ist keine professionelle Plattform, daher geht es bei dieser sehr intensiven Nutzungsform immer auch darum, gegenüber den beruflichen Kontakten, mit denen Sie befreundet sind, eine auch private Person entstehen zu lassen, die sympathisch, zuverlässig, einfallsreich, kreativ, seriös, humorvoll usw. usw. wirkt. Formulieren Sie zunächst Ihre Webbotschaft (wie vor drei Wochen beschrieben), sammeln Sie die für Sie wichtigsten Eigenschaften und versuchen Sie, diese durch Ihre Facebook-Beiträge, Ihre Gruppen, Ihre Likes und Ihre Kommentare zu stärken. Wenn Sie politisch oder sozial engagiert sind, machen Sie auch hier keinen Hehl daraus und stellen Sie z.B. durch wohl ausgewählte und aktuelle Links unter Beweis, dass Sie sich immer auf Höhe der Zeit bewegen. Sie kokettieren ein wenig mit Ihrer Privatheit, z.B. mit Ihren Musikvorlieben (hin und wieder ein YouTube-Link zu einem geliebten Song verhilft zu erstaunlichen Kommentaren), erzählen doch auch mal, dass der Tag heute so grau ist, dass er nur mit viel Kaffee zu bewältigen ist, um kurz darauf aber einen beruflich höchst interessanten Link zu posten. Das alles ist aber eine professionelle Privatheit, die Sie für Facebook geschaffen haben. Auch hier halten Sie sich mit wirklich privaten Fotos zurück, reden nie über Abende, an denen Sie zu viel getrunken haben, sondern nur über das tolle Gespräch, das Sie mit XY über die Branche geführt haben. Bestenfalls wird man Sie für top-informiert und bestens vernetzt halten, für eine engagierte und zupackende Person. Schlimmstenfalls hält man Sie für eine Nervensäge, die zu wenig Aufträge und zu viel Zeit für Facebook hat.

Screenshot Facebook-Profil

Facebook-Profil einer webagentin

Nächste E-Learning-Fortbildung
Online-Akademie der BücherFrauen: Von der Online-PR zum Social Media Marketing
12wöchige E-Learning-Fortbildung
Start: 3. März bis 1. Juni, keine Präsenztermine
Weitere Informationen und Anmeldung …

Viraler Weltputzfrauentag

Geschrieben von am 8. November 2011 | Abgelegt unter Aktuell

Virales Marketing à la Karo Rutkowsky

Vor einem Jahr posteten wir schon einmal zum Weltputzfrauentag am heutigen 8. November. Die steigende Bekanntheit des Gedenktags ist tatsächlich eine Web2.0-Erfolgsgeschichte und gleichzeitig eine schöne Anekdote zur schleichenden Wirksamkeit von Literatur. (weiterlesen …)

Bahn von eigener Ticket-Technik überfordert – eine Augmented Reality Vision

Geschrieben von am 7. November 2011 | Abgelegt unter Aktuell, Mobil

0der: Als ich einmal mit einem mobilen Bahnticket reiste

Ärger mit den eigenen technischen Geräten zu haben, ist unerfreulich. Wenn sich dazu aber noch ein Dienstleistungsunternehmen addiert, das gegenüber den eigenen Mitarbeitern in Sachen Vermittlung der technischen Angebote für Kunden enorme Defizite hat, wird die Sache richtig unangenehm. Hier ein Dialog, wie er tagtäglich auf Zugfahrten mit der Bahn statt findet. Und als Service für die Abteilung Mitarbeiterschulung der Bahn noch ein Dialog, wie er bei gleicher Ausgangssituation stattfinden könnte.

Ausschnitt der Startseite www.bahn.de vom 7.11.2011

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Wie ich damals ohne Smartphone gelebt habe – zum Beispiel Düsseldorf (1)

Geschrieben von am 3. November 2011 | Abgelegt unter Aktuell, Mobil

Eine echte Innovation im Bereich des touristischen Online-Services stellt der interaktive Stadtplan dar, mit dem jeder per Smartphone auf eigene Faust die Stadt erkunden kann.
(gefunden bei business-on.de unter dem Stichwort Für Düsseldorf-Touristen)

Holla! Auf eigene Faust! Das Smarphone macht’s möglich! Na, das sind Aussichten! Augmented Reality! Das gab’s noch nie! Und dann auch noch Düsseldorf! (weiterlesen …)

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