Monatsarchiv für Dezember 2010

Weihnachten und die Edition5

Geschrieben von am 22. Dezember 2010 | Abgelegt unter Aktuell, Sonstiges

Den nettesten Weihnachstgruß bekamen wir dieses Jahr von der Edition5, der Verlagsneugründung 2010. Gute Bücher kluger Frauen, lautet der Slogan, herausgegeben von ebenfalls klugen Frauen – ein durchweg stimmiges Konzept.

Aber hier der Weihnachtsgruß:

(C) Edition5

In diesem Sinne wünschen auch wir agentinnen aus der Dunckerstraße 17, Silke Buttgereit, Sylke Stübner, Anja Tiedjens, Ulrike Schimming und Lisa Kuppler schöne Feiertage und erholsame Ruhe unterm und um den Baum.

WWF hat den besten Newsroom

Geschrieben von am 17. Dezember 2010 | Abgelegt unter Aktuell, Mobil, Web

In den letzten Tagen habe ich mehrere Seminare und Vorträge zum Thema Social Media Newsrooms, Social Media Releases und Social Media Roadmaps gehalten und vorbereitet. Mein Lieblingsbeispiel für eine richtig gute Online-Inszenierung, tolle Ideen, eine gute Abwägung von Humor und Engagement ist der WWF. Wer eine App sucht, die richtig Sinn macht und wer nach richtig guten Shopping-Apps sucht: Der Einkaufsratgeber für Fisch ist praktisch, ökologisch sinnvoll und sehr gut umgesetzt (für iPhone und Android)

Einkaufsratgeber Fisch auf dem Android-Handy

WWF-Einkaufsratgeber-App

Außerdem bietet der WWF einen sehr guten Newsroom, dem es gelingt, Blogosphäre und klassische Medien gleichermaßen anzusprechen – übersichtlich, lebendig, sachlich, umfassend.

Heute morgen an der FU Berlin ergab übrigens ein Stimmungsbild von 17 Student/innen, dass die wenigsten bisher aus den Social Media Kaufimpulse erhalten haben. Viel stärker sind die durch die SM vermittelten Handlungsimpulse, die z.B. zum Besuch einer Veranstaltung führen. Zumal die meisten bei Facebook in der Hauptsache ihre privaten Kontakte pflegen und Unternehmen aus ihrem Account fern halten. Unternehmen werden eher via Twitter konsultiert. Klar, ein kleiner Ausschnitt von 17 Student/innen der Literaturwissenschaft – aber eine klare Absage an jene, die in Facebook die Zukunft des Marketing sehen. Social Media Engagement sollte die Schwerpunkte nach wie vor nicht beim Produktverkauf setzen. Pflege des Markenimage, Gradmesser für die Kund/innenzufriedenheit, Verstehen von Trends und Meinungen und Diskussionen – Monitoring statt Marketing.

Apple, Facebook, Google, Microsoft – Gleichgewicht des Schreckens

Geschrieben von am 8. Dezember 2010 | Abgelegt unter Aktuell, Web

Google, Facebook, Apple und Microsoft sind für mich die Giganten der Internet-Szene – weitere Unternehmen, auch Amazon, E-Bay und Twitter entwickeln sich tendenziell eher reaktiv. Sie reagieren schnell, flexibel und mit ausgeklügelten Lösungen auf Trends und Tendenzen und verbessern ihre Websites, Funktionen und Dienstleistungen ständig. Die großen Würfe, ob sie einem nun gefallen oder nicht, kommen jedoch von den Big4. Sie treiben Entwicklungen voran, scannen den Markt so gut, dass sie alles, was Start-Ups an vielversprechenden Innovationen entwickeln, entweder aufkaufen oder in eigener Entwicklung integrieren. Alle 4 haben Schwerpunkte, die sich aber in großen Schnittmengen mit den Angeboten der jeweils anderen überlappen. So kam 1998 der erste iMac auf den Markt, revolutionär war neben dem Bonbon-Design mit Ufo-Anmutung vor allem der Verzicht auf Diskettenlaufwerk und SCSI-Schnittstellen.

erster Apple iMac 1998

Quelle: Wikipedia

Man vertraute auf die Weiterentwicklung des Internet daran, dass Dateien zukünftig nicht mehr per Diskette hin und hergetragen und versendet, sondern schlicht per E-Mail gesendet oder per FTP zur Verfügung gestellt werden würden. Apple hat diesen Weg konsequent weiterverfolgt und bei der entwickelten Hardware von MacBook Air bis iPhone und iPad auf immer mehr Schnittstellen, die nicht dem Zweck der Verbindung mit dem Internet dienen, verzichtet. Gleichzeitig ist das Unternehmen mit der iTunes AppStore und iBookstore zu einem der Großen im Download-E-Commerce aufgestiegen und somit Hardwareproduzent, Software-Produzent und E-Commerce-Anbieter.

Nun kündigt Google – ein Unternehmen, dessen Kerngeschäft das Betreiben einer Internet-Suchmaschine und das dadurch ermöglichte Anzeigengeschäft ist – ein Netbook an, das mit dem Betriebssystem Chrome ausgestattetes ist, letztlich also das Betriebssystem durch einen Webbrowser mit erweiterten Offline-Funktionen ersetzt. Das Gerät verfügt über ein Touch-Display und hat keinerlei Laufwerke mehr und verzichtet auf eine Festplatte. Nach Google Apps ein weiterer Schritt in Richtung konsequentem Cloud Computing, ein Weg, den Google mit eigenen Web-Software Entwicklungen und in den letzten Jahren vor allem auch durch die Weiterentwicklung des Browsers Chrome immer vorangetrieben hat. Google ist also Suchmaschinen-Betreiber, Software-Entwickler und Hardware-Entwickler. Microsoft wird im nächsten Jahr die gesamte Office-Suite als Cloud anbieten, Facebook drängt mit der Entwicklung eines eigenen E-Kommunitionsprogrammes dahin, seinen Usern das Verlassen der Facebook-Seite immer überflüssiger erscheinen zu lassen. Für die User soll Internet und Facebook gleichbedeutend gemacht werden.

Screenshot ChromeOS

ChromeOS-Oberfläche ist ein Browserfenster mit Apps (Bild: Google)

In diesem Fall, wo sich 4 um die WWWeltherrschaft streiten, wird es kaum den lachenden 5. geben. Eigentlich kann der Rat nur lauten, tut alles, um das Gleichgewicht des Schreckens aufrecht zu erhalten. Sucht mit Bing, arbeitet mit Google Docs, kommuniziert mit Facebook und tut das alles mit einem schicken MacBook. Oder geht den steinigen Weg von OpenSource, Linux, Gnu etc.. Aber wer will schon immer draußen bleiben müssen?