Monatsarchiv für Juni 2010

BücherFrauen-E-Akademie 2010

Geschrieben von am 28. Juni 2010 | Abgelegt unter Aktuell, Weiterbildung

Mit schönen Referenzen sollte man noch nicht einmal in Auszeiten hinter dem Berg halten – erst recht nicht hinter den Bergen der Sierra Nevada.

Verlegerin Andrea Krug von Krug & Schadenberg zur kürzlich zu Ende gegangenen 2. BücherFrauen E-Akademie Online PR und Marketing in der Buchbranche:

http://www.buecherfrauen.de/index.php?seite=Akademie&content=&id=1029

Esparto-Körbe

Geschrieben von am 27. Juni 2010 | Abgelegt unter Aktuell, Sonstiges

Ich sitze auf unserer herrlichen Terasse in Bubión, Andalusien, mit Blick auf den Berghang auf der gegenüberliegenden Seite des Tales, auf das bergige Land hin bis zum Mittelmeer und vor allem auf die Teide, wichtigste Bar und größtes Restaurant im Dorf, und auf die Pension Sevillana. Für ausführliche Beobachtungen und um das Kommen und Gehen im Dorf zu verstehen, ist das ein sehr geeigneter Sitzplatz. Im Mund habe ich ein Stück Süßholz, auf dem ich herumkaue und das mir ein alter Mann verkaufte, der auf dem kleinen Platz neben der Teide einen kleinen Marktstand mit Körben, Lampenschirmen, Feuerfächern, Sandalen und Weinregalen aus Esparto-Gras (Halfa-Gras), aber auch Alpujarra-Kräutern, getoasteten Mandeln (ja, getoastet, nicht die gerösteten Mandeln in der dicken Zuckerhülle) und Nüssen anbot. Esparto-Flechterei ist ein traditionelles Handwerk dieser Region, Esparto, Halfa-Gras, ist eine typische Pflanze der iberischen Halbinsel, aus den Blättern werden Körbe, Matten, Schuhe etc. geflochten. In der Gegend rund um die Sierra Nevada, war die Esparto-Flechterei lange ein wichtiger Wirtschaftszweig. Wie der traditionelle Terassenackerbau wird auch dieses Metier fast nur noch alten Menschen betrieben, Nachwuchs gibt es kaum. Zwar gibt es in allen Touristenläden entlang der Straße durch das Poqueira-Tal Körbe aus Esparto-Gras zu kaufen. Diese stammen allerdings ausnahmslos aus der Massenanfertigung in Marokko und bleiben qualitativ weit hinter denen der hiesigen Esparto-Flechter zurück. Kürzlich haben wir in Pitres, einem Dorf im Nachbartal, in der Ferreteria, der Eisenwarenhandlung, einen großen Esparto-Korb von einem der wenigen hiesigen Esparto-Flechter gekauft. Die Eisenwarenhändlerin erzählte uns jedoch, dass der Korbmacher vor zwei Wochen gestorben sei und dass die beiden Körbe, die sie in ihrem Laden stehen hat, die letzten ihrer Art seien, weil sie nun keinen Lieferanten mehr habe. So steht bei uns im Wohnzimmer nun la penultima cesta, der vorletzte Korb, der wunderschön ist, dessen Anblick jedoch auch Wehmut weckt. Ich war daher sehr erfreut, als ich den sehr einfachen Markttisch mit den Esparto-Waren sah und fragte den alten Mann, ob er diese selbst herstellt, Ja, alles, was er verkaufe, komme aus seiner Herstellung, erklärte er und bot mit eine seiner getoasteten Mandeln an. Das Handwerk sei ja fast schon verschwunden, meinte ich und er erzählte, dass er einigen jungen Menschen das Flechten lehrt, weil das Handwerk und das Wissen darüber sonst ganz ausstirbt. Samstags sei in Capileira, dem Nachbarort, ein kleiner Markt, da würde ein Mädchen – una niña -, eine seiner Schülerinnen, auch Körbe verkaufen, jaja, wenn er sein Wissen nicht weitergebe, würde es bald gänzlich verloren gehen. Man benötigt in einem Haushalt nur eine begrenzte Anzahl an Esparto-Körben, aber ich fand einen geflochtenen Feuerfächer zum Anfachen der Glut in Kamin oder Grill, den ich schon lange entbehrt hattee. Dazu eine Tüte Kräuter für einen Tee bei Erkältungen, ebenso dringend vermisst, da ich seit zwei Tagen an einem seltsamen anfallsartigen Husten leide. Er selbst kaute auf einem Stück Holz vom Umfang eines Strohhalms, die Ästchen, etwas länger als ein Streichholz verkaufte er für 25 Cent das Stück. Auch das sei sehr gut für den Hals, erklärte er mir, als ich nachfragte und außerdem hervorragend geeignet sich vom Rauchen abzuhalten. Als echte ehemalige und immer wieder sehr sehnsüchtige und öfter schwächelnde Raucherin kaufte ich ihm ein halbes Dutzend davon ab. Ein schöner Sonntagseinkauf. Eigentlich befand ich mich, als ich auf den Marktstand stieß, auf dem Weg zur Wohnung der Reitstallbesitzerin, wo ich ein Newsletterprogramm einrichten und einen Musternewsletter erstellen wollte. Die Esparto-Begegnung ließ mich aber wieder kehrt machen – auch in der Auszeit ist Sonntag eben Sonntag und sollte für erfreulichere Dinge genutzt werden. Mañana será otro dia… – gilt auch für webagentinnen.

http://www.casarurallamasia.es/fotos/esparto.jpg

Stroh macht froh – der Nachtrag

Geschrieben von am 27. Juni 2010 | Abgelegt unter Aktuell

Nun verhält es sich hier gerade so, dass die Bar, in der man per WLAN surfen kann, wegen Urlaub geschlossen hat. Eigentlich wäre da noch der buddhistische Teeshop, in dem auch gesurft werden kann. Doch da die Inhaberin einen nuevo novio hat, also frisch verliebt ist und die Öffnungszeiten seitdem etwas unregelmäßig ausfallen, war ich in den letzten Tagen nur ebenso sporadisch online. Nicht, dass es mir sehr gefehlt hätte, aber so kommt erst jetzt der verspätete visuelle Nachtrag zum Strawworking – aufgenommen bei den zweiten 9 Tonnen, die ein paar Tage später verladen werden mussten.

Offline Farmville – 9 Tonnen Social Strawworking

Geschrieben von am 11. Juni 2010 | Abgelegt unter Aktuell, Sonstiges

Spanien/die webagentin – Was ich hier eigentlich vier Monate lang mache, wurde ich gefragt. Hier, in einem Dorf in den spanischen Alpujarras mit 300 Einwohner/innen, auf 1300 m Höhe, ohne eigenen Internetanschluss und mit viel viel Zeit. Langeweile kam bisher noch nicht auf und die Wahrscheinlichkeit, dass das so bleibt, ist groß. Die erste Woche verbrachte ich auf einer Reitwanderung durch die Sierra Nevada, also weniger Reisen statt Surfen als Reiten statt Surfen. Seitdem bin ich viel gewandert, habe viel gelesen, auf der Dachterasse mit Blick auf die verschneite Sierra Nevada gesessen, war vor allem und genüsslich offline.

Gestern morgen statteten wir dem Reitstall Sierra Trails, der unsere Reitwanderung, einen Besuch ab. Der Stall liegt fast 1700 m hoch und oberhalb des Dorfes Capileira.

Reitstall Sierra Trails, Reiten in Andalusien

Damit dürfte der Stall der höchst gelegenste Reitstall Europas sein, optimaler Ausgangort für Ritte ins Hochgebirge, das besonders jetzt im Frühjahr traumhaft schön ist.

Dallas Love, Besitzerin des Reitstalls, erzählte uns von einem 9-Tonnen-Laster mit Haferstroh, der in im Laufe des Morgens ankommen sollte. Do you need a hand?Oh yes und gerne. Den restlichen Vormittag verbrachten wir damit – und ich kann es immer noch kaum fassen – 9 Tonnen Stroh in Ballen einen kleinen Steilhang hinunter zur Vorratsscheune zu werfen und zu stapeln. Ich schwöre, jeder dieser Ballen ist einmal durch meine Hände gegangen. Und ich schwöre, ich war selten so höchst zufrieden wie nach der Bearbeitung dieser 9 Tonnen Haferstroh und ich habe heute keinerlei Rückenschmerzen. Vergessen Sie Level 70 bei FarmVille – nichts geht über 700 Ballen Offline-Stroh…

Sierra Trails, Reiten in der Sierra Nevada, Ansicht mit Pferd von vorne