Monatsarchiv für April 2010

Xing mit Fehlern, cwcity mit Problemen, Google mit Navigation?

Geschrieben von am 30. April 2010 | Abgelegt unter Aktuell, Weiterbildung

Als Dozentin und Unterrichtende erlebt man immer wieder kleine GAUs. Ich glaube, die erste Selbstlerneinheit, die ich mir nach der Entscheidung, zukünftig im Bereich Seminare, Weiterbildungen und Vorträge tätig sein, verordnet habe, war die, ungefähr jeden Bildschirm dieser Welt an ungefähr jeden erdenklichen Beamer anpassen zu können und das mit allen nur erdenklichen Betriebssystemen. Vom souveränen Umgang mit allen denkbaren Anschlussmöglichkeiten von Rechner und Beamer ganz zu schweigen. Für alle in diesem Sektor tätigen Frauen ist das nicht nur Soft Skill, sondern fast schon Kernkompetenz. Darauf wird geschaut und in der technischen Vorbereitung eines Vortrags werden die Weichen für seinen Erfolg gestellt.

Wenn der Beamer beamt, das projizierte Bild gut lesbar und der Screen auch auf dem Laptop, Netbook, PC oder MacBook nicht schwarz oder völlig entstellt ist, gibt es gerade bei Online-Live-Unterricht noch genügend Dinge, die schief gehen können. Allein in der letzten Woche hatte ich im Unterricht so viele Pannen, wie sie bei der Stillarbeit am Rechner im Laufe eines ganzen Jahres nicht vorkommen – es sei denn, man fährt Zug und versucht, länger als 2 Minuten am Stück mit einem mobilen Stick online zu arbeiten. Grrrrrrh.

1. Unterrichtseinheit WordPress-Blog bei dem Free Webspace-Anbieter cwcity.de

einrichten

Schon beim Einrichten des Nutzer/innen-Zugangs passierte der SuperGAU: In der E-Mail für die Account-Bestätigung wurde mir das von einer Teilnehmerin gewählte Passwort gesendet, die Teilnehmerin hingegen erhielt das meine. Allein deswegen könnte cwcity.de den Laden ja eigentlich dicht machen.

In der Folge funktionierten die eingerichteten Zugänge mal, mal nicht und vor allem war alles so unterträglich langsam, dass von effektivem Unterricht nicht die Rede sein konnte.

2. Kontakte zu XING einladen

Ungefähr einen Tag später war das Thema Online Reputation Management unter anderem mit XING. Ich lud alle Teilnehmerinnen über meinen XING-Account zu XING ein, um dann anschaulich über die Funktionen des Premiumaccounts bei XING zu referieren. Bei allen, die ich eingeladen hatte, erschien nach dem Klick auf den in einer E-Mail von XING gesendeten Einladungsmail die Meldung Die gewünschte Operation ist nicht bekannt. In der Folge gab es nur bitteren Frontalunterricht und frustrierte Teilnehmerinnen

3. Google mit Navigation und neuem Layout

Wir sind immer noch beim Thema Online Reputation Management. Die Aufgabe heißt Vanity Search, also Googlen des eigenen Namens. Das eine oder andere interessante Ergebnis schauen wir uns zusammen via Beamer an. Von einem Moment auf den anderen hat Google plötzlich ein völlig anderes Erscheinungsbild, links habe ich eine Navigation, in der ich auswählen kann, welche Art von Dokumenten (Bilder, Videos, Blogs, Alle, Twitter) ich suche. Unter der Suchzeile steht eine voreingestellte Ortsangabe, die genau den Ort zeigt, wo ich kürzlich Urlaub machte und mich via Google über das Wetter erkundigt hatte (Liebes Google, danke fürs Mitdenken, bin jetzt aber in Berlin). Ich gehe souverän darüber hinweg, wahrscheinlich fällt es kaum auf, außer dass meine Suchergebnisse sich dezent von denen der Teilnehmerinnen unterscheiden.

Ist hier noch auf irgendetwas Verlass? Ich glaube, ich möchte wieder eine statische Website, bestehend aus 3 Seiten haben und sonst gar nix. Die Google-Navigation ist übrigens wieder verschwunden – aber ich schwöre, die war da!

Schnelle Entwicklungen und das Internetfräulein

Geschrieben von am 22. April 2010 | Abgelegt unter Aktuell, Web

Das Internet ist ein schnelles Medium und ist durch die Social Media noch schneller geworden. Dass aber das schlechte Image von Google als allmächtiger Monopolist im www innerhalb eines halben Jahres so bröckeln würde und Facebook der Suchmaschine in Sachen Allmacht, Allgegenwart, Datenkrakerei und Monopolbestrebungen so eindeutig den Rang abläuft, ist doch überraschend.

Auf der Facebook-Konferenz f8 stellte Mark Zuckerberg, Facebook-Gründer und Chef gestern vor, wie das lange angekündigte Facebook Connect funktionieren wird. Unternehmen können dann Facebook voll in ihre Website integrieren, so dass z.B. in Shops bei allen Produkten der gefällt-mir-Button geklickt werden kann bzw. mir gezeigt wird, wer von meinen Freunden ein bestimmtes Produkt gut findet. Das geht natürlich nur, wenn ich bei Facebook eingeloggt bin. Und so lange ich bei Facebook eingeloggt bin, kann Facebook alle meine Bewegungen nicht nur Facebook, sondern auch auf Seiten, die mit Facebook connected sind, genau verfolgen. Letztere Daten können von den Unternehmen, die Facebook Connect integriert haben, gleichfalls eingesehen werden.

Zuckerberg selbst erklärt das so: Bisher war das Web eine große Menge durch Links locker und unstrukturiert verbundener Seiten. Das war aber nur der Anfang des Netzes und das wird sich jetzt ändern. Facebook möchte dem Netz Struktur beibringen.

Ich bin gespannt, wer dann in einigen Jahren Facebook rechts überholen und links liegen lassen wird… von wegen: Ich konnte mich selbst kürzlich des Eindrucks nicht erwehren, dass ich mich nun selbst links oder rechts überholt habe oder irgendetwas in der PR der webagentin schief gegangen ist. Sagte eine Bekannte zu mir:

Ich habe gehört, du machst jetzt ganz interessante Sachen im Netz und nennst dich das internetfräulein.

www.internetfraeullein.de ist noch zu haben. Soll ich reservieren?

Social Media Marketing = dem Glück ein Nest bereiten

Geschrieben von am 16. April 2010 | Abgelegt unter Aktuell, Weiterbildung

In der laufenden Woche habe zusammen mit der Buchhandlerin Susanne Martin (Schiller Buchhandlung Stuttgart Vaihingen) zwei Seminare zum Thema Web2.0 und Social Media Konzepte für Buchhandlungen geleitet. Zuerst haben wir auf dem Fachkongress am 10./11.4. in Frankfurt “Die Zukunft beginnt jetzt! – E-Business, Digital Content & Social Media in der Buchbranche” einen Workshop für Buchhändler/innen angeboten, dann am 13.4. in der Umbreit Akademie in Bietigheim Bissingen ein Seminar zum gleichen Thema geleitet.

Fazit beider Veranstaltungen: Die Integration von Social Media in die PR und das Marketing von Buchhandlungen verläuft sehr schleppend. Während kleine, lokal stark eingebundene Buchhandlungen das Thema sehr vorsichtig angehen und den viralen Effekt oft eher fürchten als wünschen, sehen sich größere Buchhandlungen hier viel mehr gefordert.

Die erstaunte Erkenntnis auch derer, die die Social Media mit großen Vorbehalten angehen, lautete jedoch auch: Das sind Orte, an denen über Bücher und an denen teilweise auch über uns und über unsere Veranstaltungen gesprochen wird. Diesen Orten können wir nicht länger fern bleiben, wenigstens als Zuschauer/innen und Zuhörer/innen müssen wir hier präsent sein.

Die entscheidende Frage – und was bringen Social Media Aktivitäten? – konnte auch in diesen Seminaren nicht abschließend beantwortet werden. Was bringt es, wenn Buchhändler/innen anbieten, auf Facebook über das Thema “Vorlesen” zu diskutieren? Was bringt es, wenn Buchhandlungen ihre Veranstaltungen auch bei Facebook bewerben? Und wo sind die Ziele anzusiedeln: Allgemeine PR für Buch und Lesen oder konkretes Marketing für den eigenen Verkaufsstandort?

Social Media Marketing ist nach wie vor oft ergebnisoffen und wann und ob der virale Effekt in größerem Maße einsetzt oder nicht, bleibt nicht wirklich planbar und – das ist vielleicht die gute Nachricht – nicht wirklich abhängig vom Budget. Zufall und Glück bleiben, das räumen auch Marketing-Strategen aus anderen Branchen ein, ein wichtiger Faktor als Auslöser von Viralität. Richtig machen bedeutet im Bereich der Social Media wohl vor allem eines: Alles vorbereiten für den Fall, dass der virale Effekt einsetzt – dem Glück ein Nest bereiten eben.

Slideshow zum Workshop: