Monatsarchiv für Oktober 2009

Publikation und Public Relations im Web2.0

Geschrieben von am 28. Oktober 2009 | Abgelegt unter Aktuell, Weiterbildung

Der Start der 3monatigen Fortbildung “Publikation und Public Relations im Web2.0“, die das FrauenComputerZentrumBerlin anbietet und in enger Kooperation mit der webagentin entwickelt wurde, ist um vier Wochen verschoben worden. Neuer Starttermin ist der 16.11.2009. Das Blended Learning Angebot für Frauen aus Publikation, Public Relations, aber auch Projektarbeit in Wissenschaft und Politik ist ein gutes Beispiel dafür, wie rasend schnell sich die Standards in der Online-PR hierzulande momentan ändern. Viele Themen des im Sommer dieses Jahres entwickelten Curriculums sind inzwischen überholt oder müssen inhaltlich völlig neu ausgestaltet werden. Galt vor wenigen Monaten z.B. noch YouTube als eine der wichtigsten Ausgangsplattformen für Virales Marketing, so wird momentan den Social Media und dort insbesondere Facebook und MySpace eine weitaus größere Bedeutung zugerechnet bzw. in YouTube nur ein Tool unter vielen gesehen. Die Blogosphäre hat sich für Communities unterschiedlichster Art fest etabliert, die PR-Macht von Blogs wird aber eindeutig nicht mehr in Unternehmensblogs gesehen. Dafür ist der Siegeszug von Twitter in der Unternehmens-PR sagenhaft – der gerade einmal seit gut drei Jahren etablierte Mikro-Blog-Dienst hat sich zu einem wichtigen Tools und einem der bedeutendsten Experimentierfelder in der aktuellen PR von Unternehmen und Institutionen entwickelt.

Und dass wir wahrscheinlich rechtzeitig zu Weihnachten endlich ein echtes virtuelles Haustier haben können, ein EyePet, wussten wir auch noch nicht, als wie den ersten Stundenplan entwarfen…

Nicht nerven!

Geschrieben von am 15. Oktober 2009 | Abgelegt unter Aktuell, Web

Frisch von der Veranstaltung “Faxt du noch oder bloggst du schon?” auf der Frankfurter Buchmesse. Diskutiert wurde, inwiefern Unternehmen die Social Media nutzen können und sollen. Auf dem Podium saßen Leander Wattig, Unternehmensberater für die Medienbranche, Susanne Martin von der Schillerbuchhandlung in Stuttgart, Simon Seeger, Marketingleiter Berliner Startup textunes und Beate Muschler, bei Gräfe & Unzer zuständig für das Kochportal kuechengoetter.de und elektronische Medien im Kochbuchbereich. Interessant war neben der erfrischenden Susanne Martin, eine der wenigen bloggenden und facebookenden Buchhändlerinnen hierzulande, die schon seit Jahren Audio-Podcasts rund ums Lesen und Lesungen produziert, ein Statement von Simon Seeger. Analog zur legendären Google-Unternehmensphilosophie “Don’t be evil”, formulierte er als textunes-Grundsatz für das Auftreten in den Social Media: “Nicht nerven!”. Freunde, so führte er aus, sollten Unternehmen bei Facebook nicht aktiv werben, statt dessen mache es mehr Sinn, User über andere Kanäle auf das Facebook-Profil zu leiten und Freundschaftsanfragen dann positiv zu beantworten. Das Thema wird also durchaus kontrovers diskutiert.

Audible.de wirbt Freunde auf Facebook – dürfen die das?

Geschrieben von am 9. Oktober 2009 | Abgelegt unter Aktuell, Web

Gerade bekam ich eine Facebook-Anfrage des Hörbuch-Anbieters audible.de. Sie kennen den klassischen Text wahrscheinlich:

Hallo Silke,
Audible Hörbücher hat dich als FreundIn auf Facebook hinzugefügt. Wir benötigen deine Bestätigung, dass du Audible kennst, damit ihr Freunde auf Facebook sein könnt.
Interessant – ist das eine juristische Grauzone? Während es definitiv nicht erlaubt ist, an Adressen, die dem Empfang eines Newsletters nicht explizit zugestimmt oder diesen aktiv abonniert haben, einen Newsletter zu versenden, ist der rechtliche Status von Freundschaftsanfragen wohl noch nicht geklärt. Meine Adresse hat das Unternehmen jedenfalls nicht, weil ich einem Newsletter zugestimmt hätte, sondern entweder über vorleser.net (wo ich tatsächlich einen Newsletter abonniert habe) oder es sind die Kundendaten von Audible, wo ich einst ein Probe-Abonnement eingerichtet hatte.
Jedenfalls war die Anfrage erfolgreich und nicht erfolgreich zugleich: Erfolgreich, weil ich mir sofort die Facebook-Seite von audible.de angeschaut habe. Nicht erfolgreich, weil die ungewollte Freundschaftsanfrage – persönliche Seiten sind auch nicht wirklich das Facebook-Format für Unternehmen – audible bei mir sofort den schlechten Ruf eines Unternehmens eingebracht hat, das zumindest einen zweifelhaften Umgang mit meine Daten pflegt.

Gutes altes Fernsehen

Geschrieben von am 7. Oktober 2009 | Abgelegt unter Aktuell, Web

die webagentin ist zurück aus dem Urlaub. Der heutige Tag war, wie Tage nach dem Urlaub sind, xxxxx eMails lesen und beantworten, hier ein Handgriff, da ein Telefonat, hier ein Upload, da eine Korrektur und zwischendurch (da Urlaub = offline ist) lesen lesen lesen, denn das Web und erst recht das Web2.0 verzeiht keine zwei Wochen Abwesenheit.

Die folgenden Netz-News-Blitzlichter blieben hängen: Google Wave ist genial, aber so komplex, dass auch Web-Junkies vor der Masse der Information kapitulieren. Neben Kontodaten und Kreditkartendaten werden nun auch vermehrt Fälle bekannt, in denen in großem Umfang eMail-Daten von den üblichen Großanbietern gehackt wurden, Yahoo, MSN und Google – man hat das auch zugegeben, aber unwillig und schuld sind die Nutzer, die keinen Pishing-Schutz haben. Und – vielleicht die News meiner Abwesenheit: Wenn es um Nachrichten geht, halten die Deutschen die Fernsehnachrichten für das glaubwürdigste Medium, gefolgt von Tageszeitungen. Dann folgen die Online-Ausgaben von Tageszeitungen und Nachrichtenmagazinen. Blogs werden für mittelmäßig glaubwürdig gehalten, immerhin stehen sie noch vor den Boulevard-Medien.

Der Link zur Umfrage ist in der Geschäftigkeit des Tages leider verlustig gegangen, aber die Botschaft von der Glaubwürdigkeit des Fernsehens gibt allen Recht, die Web2.0 noch lange nicht in Deutschland angekommen sehen. Die Macht der Bilder ist ungebrochen und noch konnte das Netz der Marke Tagesschau und der Seriosität der blauen Weltkarte wenig entgegensetzen.